

"Hier dreht sich immer was"
aus der Geschichte von Dorf, Mühle und Gasthof
2009 feiert Ismaning sein stolzes 1200jähriges Bestehen. Spätestens im Mittelalter gab es im Dorf auch nachweislich eine Mühle. Die erste Abbildung finden wir in einer Landkarte aus dem Jahr 1716: Neben dem fürstbischöflichen Schloss, anstelle des heutigen Hotels trieben zwei hölzerne Räder eine Mehl- und eine Sägemühle an - der Bach war für das ländliche Wirtschaften eine Lebensquelle, nicht nur als Antrieb, sondern auch zum Trinken und Waschen für Mensch und Vieh, zum Kochen, Gießen, Kühlen, zum Fischen, zum Ableiten des Abwassers, zum Spielen für die Kinder.
FAMILIENGESCHICHTE
Die Familiengeschichte der Seidls lässt sich bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen und wurzelt zunächst in der erdverbundenen Landwirtschaft: Einst waren die Seidls Bauern im Oberland. Der junge Bartholomäus Seidl, vorletztes von siebzehn Kindern beim "Obermayr" in Großhartpenning bei Holzkirchen, brach um 1800 mit seiner Frau Walburga auf und machte im Münchener Osten sein Glück mit Ziegeln, die in der schnell wachsenden Residenzstadt reissenden Absatz fanden. Sein Sohn Johann Seidl aber, anstatt das sichere Ziegelgeschäft weiterzuführen, stellte sich lieber neuen Herausforderungen: Schon die erste Station, ein Wirtshaus in Dietersheim an der noch damals wichtigen Landstraße München - Freising gelegen, wurde ein Erfolg. Mit dem Erlös ersteigerte Johann Seidl das barocke, einst dem Freisinger Fürstbischof gehörende Schlossgut Erching - um auch dieses nach sechzehn Jahren profitabel wieder abzugeben. Schließlich ließ er sich mit seiner Familie in Ismaning nieder und kaufte das Mühlhauser Anwesen, einen Gutshof mit Säge- und Getreidemühle (heute Kulturzentrum Seidlmühle). "Wo Wasser ist, dreht sich immer was", so lautete sein Wahlspruch ...
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